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Visuell-verbale Figuren

Die Seite bietet einen Überblick über visuell-verbale Figuren nach Gui Bonsiepe (199&).


Analogie Ein verbaler Vergleich wird auf den visuellen Bereich übertragen mit semantisch äquivalenten Zeichen.
Metonymie Eine verbal angezeigte Bedeutung wird zu einer anderen Bedeutung in Beziehung gesetzt, wobei eine thematische Vorbeziehung besteht, z.B. Ursache statt Wirkung, Instrument statt Resultat, Erzeuger statt Erzeugnis.
(Text: Mercedes Benz bringt als Erster die Keramikbremse.)
Synekdoche (pars pro toto) Ein Teil zeigt das Ganze an.
(Text: Lamboghini)
Spezifizierung Ein visuelles Zeichen wird von einem Minimum an Text begleitet, um es verständlich zu machen und semantisch einzuengen. Oftmals wird der Name der Firma des Produkts benutzt.
Verschmelzung Ein visuelles Zeichen wird auf Grund seiner formalen Eigenschaften in ein Superzeichen eingebunden. Die syntaktische Verknüpfung suggeriert eine semantische Verknüpfung.
Parallelismus Visuelle und verbale Zeichen beziehen sich auf dieselbe Bedeutung.
Assoziative Übertragung oder Vermittlung Aus einer Reihe verbaler Zeichen wird eines herausgegriffen, um die mit ihm verbundenen Vorstellungen (assoziativer Kontext) zu illustrieren.
(Text: Nicht das was Sie erwarten.)
Metaphorische Umkehrung Die Spannung zwischen primärer und sekundärer Bedeutung wird so ausgenutzt, daß die visuellen Zeichen die ursprüngliche Bedeutung veranschaulichen, sie gleichsam wörtlich nehmen.
Typogramm Die Bedeutung der typografischen Zeichen wird an Hand dieser Zeichen illustriert. Der Text wird mit dem typografischen Zeichen gleichsam kurzgeschlossen.
Understatement Eine verbale Untertreibung wird visuell veranschaulicht.
Übertreibung Eine Bedeutung wird mittels Zeichen, deren Gehalt über das übliche Maß hinausgeht, visualisiert.
(Text: Pardon the dust while we change the room.)
Visuell-verbale Negation Die Bedeutung einer Wortsequenz wird mit einem visuellen Gegenteil illustriert.
Visuell-verbaler Vergleich Über sprachliche Vermittlung werden zwei Bedeutungen visuell miteinander verglichen.
Exemplifizierung Eine verbal angezeigte Bedeutung wird visuell veranschaulicht.
(Text: Seit 1995 senkt ESP die Unfallzahlen.)



Literatur:

Bonsiepe, G. (1996): Interface. Design neu begreifen. Mannheim: Bollmann.
Ein tolles Buch über Interface- und Design-Theorie. Auch für Einsteiger zu empfehlen!
Doelker, C. (1997): Ein Bild ist mehr als ein Bild. Visuelle Kompetenz in der Multimediagesellschaft. Stuttgart: Klett-Cotta.
Das Buch befasst sich mit dem Gebrauch und der Deutung visueller Sprache und will so einen neuen Zugang zu visuellen Texten (also Bilder und Text-Bild-Arrangements) ermöglichen.