MnemotechnikenVisualisierungen sind auch ein Instrument der sogenannten Mnemotechniken.
Mit Hilfe von sogenannten Mnemotechniken kann das Erinnerungsvermögen des Menschen verbessert werden. Um z.B. Namen oder Telefonnummern besser zu behalten, können wir uns 'Eselsbrücken' bauen, die uns helfen sollen, uns später an die jeweiligen Informationen zu erinnern. Tricks dieser Art haben alle etwas gemeinsam: Sie füllen eine abstrakte Zahl oder ein Wort mit einer Bedeutung, die in irgendeiner Weise an unser Vorwissen anschließt. Und da das Gedächtnis Bedeutungen besser speichern kann als abstrakte Informationen, kann sich der Mensch später besser erinnern.
Eine Methode, der sich Gedächtniskünstler oft bedienen, besteht darin, Erinnerungen in Form von Gedankenbildern an imaginären Orten abzulegen. Ist erst ein Ordnungsschema gefunden, können Bilder für das zu Erinnernde gefunden und in diesem Ordnungsschema platziert werden.
Dieses Hilfmittel ist zum Lernen von besonders widerspenstigen Inhalten nützlich, indem man sich zu einer Theorie oder einem Sachverhalt eine möglichst anschauliche, bildhafte Illustration ausdenkt. Dabei muss nicht immer der konsistente inhaltliche Bezug im Vordergrund stehen, sondern auch lustige, groteske und persönliche Illustrationen können das Erinnern fördern.
Bilder erzeugen bei der Betrachtung mehr Neugier und Aufmerksamkeit als ein Text. Die kognitive Beteiligung ist bei ihrer Betrachtung relativ gering, dafür werden stärker emotionale Vorgänge angestoßen. In der Werbung werden beispielsweise so starke emotionale Reize mit Bildern erzeugt, dass die kognitive und bewusste Kontrolle sogar gänzlich unterlaufen wird. Dabei wirken Bilder als nicht-kognitive Reize nicht sequentiell wie ein Text sondern als Ganzes. Bilder können daher ganzheitliche Sachverhalte schneller, verständlicher und eindeutiger darstellen als Texte. Sie werden daher z.B. in Gebrauchsanweisungen und Anleitungen verwendet. Abläufe können z.B. besser als Flussdiagramme dargestellt werden als durch Texte. Im Übrigen ist die Wirkung der Visualisierung dann am größten, wenn sie durch den Lernenden selbst erfolgt. In Abhängigkeit von der beabsichtigten Funktion der Visualisierung, sollten Bilder daher nicht nur von Lehrenden sondern insbesondere durch Lernende erstellt werden.
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