Doppelte KodierungNach der Theorie der doppelten Kodierung können Informationen besser gespeichert und erinnert werden, wenn sie über mehrere Sinneskanäle wahrgenommen werden.
Eine theoretische Begründung der Wirkungen von Bildern wird von dem Kognitionspsychologen Paivio 1971 mit dem Konzept der doppelten Kodierung geliefert. Auch die Hemisphärenforschung (eine Disziplin der Hinrforschung) stützt dieses Konzept.
Man geht dabei davon aus, dass es zwei verschiedene Verarbeitungssysteme für verbale und für nicht-verbale Informationen gibt. Das verbale System ist für die sequenziellen Prozesse des Sprechens, Hörens und Lesens zuständig. Das nicht-verbale System dagegen verarbeitet bildliche, akustische, habtische oder olfaktorische Reize. Dabei stehen die verschiedenen Dimensionen des Reizes gleichzeitig zur Verfügung (z.B. Farbe, Größe, Form). Daher können mit Hilfe des nicht-verbalen Systems mehrere Reize parallel aufgenommen werden, die Verarbeitung eines Bildes erfolgt somit eher ganzheitlich als sequenziell.
Welches der Systeme aktiviert wird, hängt nach Pavio zunächst von der Art des Reizes ab. Je nach Bedeutung des Reizes wird aber möglicherweise zeitversetzt auch das jeweils andere System aktiviert. Der Begriff "Hund" aktiviert z.B. zunächst das verbale System, löst aber auch eine bildhafte Vorstellung aus. Umgekehrt verhält es sich, wenn das Bild eines Hundes gezeigt wird. Eine Codierung in beiden Systemen erhöht nach Pavio die Wahrscheinlichkeit, dass der Reiz gespeichert und später erinnert wird.
Die Hemisphärenforschung geht davon aus, dass in der rechten Gehirnhälfte vor allem bildliche Reize, in der linken Hälfte dagegen sprachliche Reize verarbeitet und gespeichert werden. Übertragen auf die Theorie der doppelten Kodierung heißt dies, dass verbale und nicht-verbale Reize nicht nur mit verschiedenen Kodierungssystemen, sondern sogar in verschiedenen Hirnhälften verarbeitet werden. Die Theorie der doppelten Kodierung wird somit von der Hemisphärenforschung gestützt.
Literatur:Paivio, A. (1991): Images in Mind. The Evolution of a Theory. New York: Harvester Wheatsheaf.
Pavio ist der Begründer der Theorie der dualen Kodierung. Sprachliche Reize werden danach anders gespeichert als bildliche Reize. In der Didaktik ist dies ein starkes Argument für die Verwendung von Visualisierungen und möglichst vielen verschiedenen Medien.
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