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Telematische Lernkultur nach Zimmer

In der telematischen Lernkultur wird das Verhältnis von Lehrendem und Lernendem neu definiert und problematisiert. Der Lernende ist dabei in seiner Selbstständigkeit zu fördern.

Eine wichtige Rolle spielt nach Zimmer, wie sehr die Lehrenden und Lernenden eLearning akzeptieren werden und welche Gestaltungsräume ihnen zu gestanden werden.

Bemerkenswert ist, dass er die Rolle der Lernenden explizit mitaufführt, diese werden in der momentanen Diskussion um Nachhaltigkeit fast überhaupt nicht erwähnt. Er fragt danach, wie das pädagogische Verhältnis ausgestaltet wird, welches Lehrende und Lernende eingehen, d.h. welche Rollen und Positionen Lehrende und Lernende zueinander einnehmen.

Eine der Grundfragen ist, wie die Lernenden dazu kommen zu lernen? In der bisherigen Lernkultur wurde dies vor allem durch unmittelbar pädagogische Handlungen sichergestellt: der Lehrer war persönlich anwesend und sorgte für entsprechende Disziplinierung. Bei eLearning fällt nun diese unmittelbare pädagogische Handlung weg, bzw. wird reduziert (bspw. in Blended-Learning Sze narien). Der Lerner hat plötzlich die Verantwortung für sein Lernen. Aber hatte er das nicht schon immer?

Die telematische Lernkultur führt dazu, über die Rollen der Lehrenden und Lernenden nachzudenken. Es stimmt nicht, dass der Lehrer dafür sorgt, dass gelernt wird, sondern diese Leistung ist immer eine Eigenleistung des Lerners selbst. Kein Lehrer kann ein Lernen nach seinen Vorstellungen in den Köpfen der Lerner durchsetzen, er kann nicht dafür sorgen, dass so gelernt wird, wie er lehrt.

Dabei ist dieses Denken implizit bei vielen Lehrenden vorhanden (sog. Lehr-Lernkurzschluss, vgl. Holzkamp, 1993). Eine Lernkultur sollte dazu führen, dem Lerner mehr zuzutrauen, ihn in seiner Selbständigkeit zu fördern. Dazu sind neben autodidaktischen Lernkompetenzen begründete Argumente zu liefern, warum ein Stoff gelernt werden soll. Die telematische Lernkultur wird die Rollen der Lehrer und Lernenden verändern (siehe ausführlicher zur telematischen Lernkultur Zimmer, 2001, S. 146ff.).


Literatur:

Holzkamp, K. (1993). Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt: Campus
Das Standardwerk über subjektwissemschaftliches Lernen. Über einen Durchgang und die Reanalyse traditioneller Lerntheorien entwickelt Holzkamp Lernen aus dem Standpunkt des Subjekts.
Zimmer, G. (2001). Ausblick: Perspektiven der Entwicklung der telematischen Lernkultur. In: P. Arnold (Ed.). Didaktik und Methodik telematischen Lehrens und Lernens. Lernräume, Lernszenarien, Lernmedien ? State-of-the-Art und Handreichung. (p.126 ? 146). Münster: Waxmann,
Zimmer enwtickelt auf der Grundlage des subjektwissenschaftlichen Lernbegriffs eine Vision einer Lernkultur des eLearning. Zuvor analysiert er treffend die Veränderungen in der Rolle des Lehrers und Lerners, die durch eLearning hervorgerufen werden.