Elemente von Blended Learning-Arrangements: Beispiele, Abläufe, PlanungsmomenteEs werden verschiedene Prozessverläufe für Blended-Learning-Arrangements vorgestellt und Anregungen für die Integration von Lehr- und Lernhandlungen gegeben.
In einem Blended-Learning-Arrangement wechseln präsente und virtuelle
Anteile der Lehre in einer Art und Weise, von der sich der Lehrende die
größtmögliche Unterstützung der Lernprozesse der Studierenden
verspricht. Die didaktische Funktion einzelner Arbeitsschritte kann
dabei unabhängig von der Entscheidung, ob eine Übung präsent oder
online durchgeführt wird, gleich bleiben:
-
Ein Vortrag im Präsenzseminar
kann beispielsweise die gleiche Funktion - im Sinne einer Lehrhandlung
- erfüllen wie Download-Material. Ein virtueller Seminarordner (als
Materialpool) wird ähnlich bearbeitet wie ein Ordner mit
Kopiervorlagen. Der Mehrwert eines virtuellen Ordners kann darin
liegen, dass er permanent verfügbar ist und für die Studierenden
kostengünstiger und weniger aufwändig zu benutzen. Ein spezifisch
didaktischer Mehrwert für den Lernprozess (was geschieht mit den
Texten und wie werden sie bearbeitet?) besteht an diesem Punkt jedoch
noch nicht.
- Die Integration von Aufgaben und Vorschlägen, was mit dem
Material zu tun sei - das Arrangement von Lernhandlungen - kann
ebenfalls präsent und online organisiert werden. So kann beispielsweise
der Präsentation eines Textes ein Chat (online/synchron) oder die
Arbeit in einem Forum (online/asynchron) vorausgehen, die Vorwissen
thematisiert, oder Fragen an das Thema formuliert. Einer
Präsenzvorlesung kann eine online-Diskussion folgen oder einer
Präsenzdiskussion kann ein Selbstlernmodul nachgeschaltet werden.
Dabei bilden Aufgaben und Zwischenergebnisse (z.B. Referate,
Übungslösungen, formulierte Fragestellungen, Visualisierungen) so etwas
wie Bindeglieder im Übergang zwischen Präsenz- und online-Phasen. Diese
Übergänge müssen systematisch geplant werden:
- Wie werden beispielsweise
Elemente einer Newsgroup in der Präsenzsitzung aufgenommen (Problem
Medienbruch)?
- Wie und wo wird eine Aufgabe gestellt, die in die
Beschäftigung mit einem virtuellen Lehrmodul münden soll?
- Wer moderiert
ein Forum oder einen Chat?
Aufgaben Checkliste
Die Checkliste stellt verschiedene, didaktische Fragestellungen der Aufgabenkonstruktion zusammen.
Sloane/Kremer geben mit der folgenden Tabelle ein Beispiel für einen
Seminarablauf "Webbasierte Lernumgebungen gestalten" (2004, S. 13):
Seminarphase
| Arbeitsformen
| Gegenstand
| | Eröffnung | Einzelarbeit
| Seminaranmeldung - Informationen zum Seminar
| Einzelarbeit
| Virtueller Steckbrief
| Lokales Plenum
| Vortsellung (Kennenlernen) - Abstimmung des Seminarablaufs
| Aufgabenabstimmung, Zielfindung
| Lokales Plenum
| Auseinandersetzung mit der Problemstellung, Einrichtung virtueller Teilgruppen
| | Aufgabenbearbeitung | Virtuelle Arbeitsgruppen (synchron)
| Konkretisierung der Aufgabenstellung, Erarbeitung
| Gruppenberichte (synchron)
| Konkretisierung der Aufgabenstellung, Abstimmung der Vorgehensweise
| Virtuelle Arbeitsgruppen (asynchron), Gruppenbericht (asynchron)
| Selbstständige Fortführung der Arbeiten, Gruppenbericht (E-Mail, Newsgroup)
| Zusammenstellung und Aufbereitung
| Virtuelles Plenum
| Diskussion der Projektarbeiten, Konsequenzen für die Aufarbeitung
| Virtuelle Arbeitsgruppe (synchron)
| Entwicklung Umsetzungsvorschläge
| Virtuelles Plenum
| Diskussion der Arbeitsvorschläge, Bestimmung der Anschlußaufträge, Aufbereitung der Erkenntnisse als Internetseiten | Evaluation
| Virtuelles Plenum | Potential für Lehren, Veranstaltungsevaluation |
Literatur:Kerres, Michael (2004): "Online- und Präsenzelemente in Lernarrangements kombinieren". In: Hohenstein & Wilbers, 4.5
In Anlehung an das Gagnésche Modell des Instruktionsdesigns werden didaktische Kategorien für Blended-Learning-Arrangements entwickelt
Sloane, P. & Kremer, H. (2004): "Virtuelle Seminare gestalten". In: Hohenstein & Wilbers, 4.3
Anleitung zur Planung virtueller Seminare von der Konzeption bis zur Evaluation (also ein umfassenderer Planungsbegriff). Es geht um den spezifischen Mehrwert von eLearning, die entwickelten Tipps und "Checklisten" sind allerdings doch eher im "normal"-didaktischen Bereich angesiedelt.
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