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Qualität als Lernerorientierung: Einbeziehung der Lernerperspektive im Evaluationsprozess

Neben einer grundsätzlichen Problematisierung des Qualiätsbegriffs spricht sich Ehlers für den Einbezug der Lernenden als Kategorie der Qualitätssicherung aus.

E-Learning verspricht laut Ehlers (2002) nur dann eine nachhaltige Veränderung der Hochschullehre, wenn die Qualität der Angebote systematisch evaluiert und entwickelt wird.

Der Qualitätsbegriff selbst wird je nach Bezugstheorie unterschiedlich definiert (vgl. Ehlers 2002: 2) und die gängigen wirtschaftswissenschaftlichern Modelle sind nur bedingt auf die Problematik der Hochschullehre übertragbar.

Welche Merkmale von eLearning-Angeboten als "qualitätsvoll" beschrieben werden, ist außerdem stark perspektiv- und interessenabhängig:
Jeder Akteur im Feld des eLearning wird unterschiedliche Anforderungen stellen und formuliert damit auch unterschiedliche Qualitätsmerkmale.

Ehlers betont in seinem Ansatz zum Qualitätsbegriff erstens, dass Qualitätssicherung nur prozesshaft gewährleistet werden kann und zweitens, dass für diesen Prozess die Lernerperspektive zur Grundkategorie entwickelt werden sollte. Die Qualität von eLearning erklärt er vor diesem Hintergrund mit drei Thesen:

These 1:
"Für Qualitätssicherung beim E-Learning ist ein Paradigmenwechsel notwendig." Im pädagogischen Bereich hält Ehlers eine Ablösung der "Belehrungspädagogik" durch eine "Befähigungspädagogik" für nötig. Die Orientierung an den subjektiven und situativen Bedürfnissen des Lerners kann durch eLearning realisiert werden.

These 2: "Qualität sichern bedeutet den Lernenden auf allen Ebenen des Qualifizierungsprozesses mit in die Qualitätssicherung einzubeziehen." Ehlers spricht sich für ein umfassendes Qualitätskonzept aus, das alle Einflussfaktoren, die relevant für die Qualität eines Angebots (vor allem aus der Lernerperspektive) sein können, im Evaluationsprozess berücksichtigt werden (momentan wird verstärkt der unmittelbare Lerneffekt kontrolliert).

These 3:
"Qualität sichern heisst: Lernkompetenzen beim Lernenden aktiv stärken." Lernerorientierung impliziert Kompetenzen, die Lerner überhaupt erst in die Lage versetzen, reflektiert mit entsprechenden Angeboten umzugehen, deren Potenziale zu erkennen und für den eigenen Prozess zu nutzen. Den Begriff der Medienkompetenz spaltet Ehlers in diesem Sinne in Medienkunde, Mediennutzung, Medienkritik und Mediengestaltung auf.