Mehrwert? Mögliche Aspekte unter didaktischer Perspektive Diskutiert wird die Frage des spezifischen Mehrwerts von Blended-Learning-Arrangements unter hochschuldidaktischer Perspektive im Rückgriff auf die E-Didakt-Workshops
Welchen Vorteil hat Blended-Learning im Gegensatz zu traditionellen
Lehrarrangements?
Der Einsatz von eLearning wird häufig über einen vermeintlichen
"Mehrwert" gerechtfertigt, der jedoch in unterschiedlichen
Zusammenhängen unterschiedlich gefasst wird, wie z.B.:
- ökonomischer Mehrwert ("möglichst viele Studierende mit wenig
Lehrenden zum gleichen Ziel zu bringen")
- studienorganisatorischer Mehrwert ("bürokratische Prozesse verkürzen
und den Verwaltungsaufwand verringern")
Der Mehrwert des Blended Learning lässt sich nicht "an sich", sondern
immer als Mehrwert unter bestimmten Kriterien formulieren.
Im Gegensatz zu solchen Mehrwertdefinitionen, die eher die
insitutionellen Rahmenbedingungen betreffen, zielt der Begriff des
"didaktischen Mehrwerts" auf einen direkten Bezug zur konkreten
Lehr-/Lernsituation der einzelnen Veranstaltung.
Im Zusammenhang mit
der konkreten Planung von Blended-Learning-Arrangements ist mit
"didaktischem Mehrwert" gemeint, dass der Einsatz von eLearning in das
Seminargeschehen vor allem auf eine Verbesserung der
Lehr-/Lernsituation für die Studierenden abzielt :
"Es sollte ein
'Bildungsproblem' [...] vorliegen, von dem man annehmen kann, dass es
mit e-Learning bzw. Blended Learning besser lösbar ist als ohne den
Einsatz der neuen Medien." (Reinmann-Rothmeier 2003: 86)
Als mögliche
Faktoren des didaktischen Mehrwerts wurden in den E-Didakt-Workshops
u.a. diskutiert:
Permanente Verfügbarkeit von Materialien und Arbeitsergebnissen
- Der Lernweg wird transparent, Zwischenergebnisse der
Wissenskonstruktion sind sichtbar
- Versäumte Sitzungen können nachgeholt werden
Räumliche und zeitliche Unabhängigkeit
- Diskussionen, z.B. in Foren oder Newsgroups sind zeitlich und
thematisch offen: Nachträge, Ergänzungen und thematische
Differenzierungen sind möglich: "Man hat Zeit, etwas hinzuzufügen, wenn
man z.b. spontan nichts sagen konnte; manche Ideen kommen später."
Erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten
-
Chats, Foren und virtuelle Gruppenräume unterstützen nicht nur die
Kommunikation auf der "organisatorischen" Ebene, sondern auch die
inhaltliche Zusammenarbeit der Studierenden.
- "Foren sind Sammelstellen - im Gegensatz zur Präsenzdiskussion haben mehr Themen Raum."
- "Auch
stillere Teilnehmer kommen zu Wort."
Literatur:Reinmann-Rothmeier, Gabi (2003): Didaktische Innovation durch Blended Learning. Leitlinien anhand eines Beispiels aus der Hochschule. Bern et al.: Verlag Hans Huber.
Projektbericht zu einer "semivirtuellen Vorlesung" im Bereich der Medienpädagogik in einem Blended-learning-Sznenario aus Präsenzterminen, CD-Rom und BSCW. Die Frage nach dem "didaktischen Mehrwert" wird explizit diskutiert.
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