Kommunikation und Kooperation: Ein Überblick zum ThemenbereichWährend der Prozess des Planens und Durchführens einer Lehrveranstaltung ein intensiv behandeltes Thema in der Didaktik ist, stehen die kommunikativen und kooperativen Prozesse im allgemeinen eher am Rande der Aufmerksamkeit, obwohl die überwiegende Tätigkeit der Beteiligten in einer akademischen Lehrveranstaltung aus "Gesprochenem", also aus kommunikativer Interaktion besteht.
Unmotivierte Lernende, deren Fragen vor allem auf die "Scheinrelevanz"
zielen, mangelnde Beteiligung im Verlauf der Lehrveranstaltung oder
Klagen über sogenanntes "träges Wissen" sind Defizite, mit denen sich die Hochschuldidaktik auseinander setzt. Während schlecht
geplante und organisierte Lehre in Präsenzveranstaltungen noch
irgendwie funktioniert, ist sie in Online-Lernumgebungen zum Scheitern
verurteilt (vgl.: Defizite traditioneller Lehre).
Gerade
in intensiven inhaltlichen Diskussionen, die sich in
Lehrveranstaltungen ergeben, oder in Arbeiten in Kleingruppen, z.B. im
Rahmen von Projektarbeiten, sind die Lernprozesse für alle Beteiligten
sehr nachhaltig (vgl.: Was ist Kooperation?).
Das Entstehen solcher inhaltsbezogener, kommunikativer Interaktionen
sollte nicht dem Zufall überlassen werden, sondern kann durch geeignete
didaktische Gestaltung gefördert und unterstützt werden. Gerade im
Kontext virtueller Lernumgebungen haben Hochschullehrende häufig kein
Konzept, wie sie Diskussionen und kooperative Arbeits- und Lernprozesse
gestalten und fördern können.
Neben einer sorgfältigen inhaltlichen Planung erfordert die Gestaltung
dieser Prozesse zum einen Kenntnisse darüber, wie sich Kommunikationsprozesse in Online-Umgebungen verändern (vgl.: Besonderheiten der Online-Kommunikation) und zum anderen Kompetenzen, die sich auf die
Leitung und Betreuung kommunikativer Prozesse in einer Lerngruppe
konzentrieren (vgl.: Kommunikationstheoretische Konzepte).
In der Erwachsenen- und Weiterbildung wurden hierfür Methoden und Kommunikationsmodelle wie z.B. die Moderationsmethode, die Themenzentrierte Interaktion
oder das Kommunikationstraining nach Schulz von Thun entwickelt, die
auf lern- und kommunikationstheoretischen Hintergründen entstanden sind, in der Hochschuldidaktik angewendet werden und auch im E-Learning sehr hilfreich sind.
Kreative und
motivierende Techniken wie Brainstormings oder
kooperative Mindmaps können in abgewandelter Form auch gut in
Online-Lernumgebungen eingesetzt werden (vgl.: Didaktische Methoden).
Übungen und kommentierte Beispiele zum kooperativen Lernen bieten
Ideen und Vorschläge für eigene Realisierungen an (vgl.: Nutzungsbeispiele).
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