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Projektstrukturen und Hochschulen

Die Anlage von eLearning in Form von zeitlich begrenzt geförderten Projekten steht einer nachhaltigen Implementierung entgegen.

Bisher lag der Fokus der eLearning-Förderung auf der Projektebene. Es mussten zunächst Produkte hergestellt werden, um die Funktionsweise und den Nutzen von eLearning zu zeigen.

Das Ergebnis ist, dass zum jetzigen Zeitpunkte viele fertige oder fast fertige Produkte vorliegen, die auf den Einsatz in der Lehre warten, Breiter et al. nennen dieses Phänomen den Flaschenhals der Implementierung. Die Frage ist wie man vom Projekt zur Verankerung an die Hochschule gelangt. Die Gegensätzlichkeit von Hochschulstrukturen und Projektstrukturen ist ein Grund dafür, warum sich die Hochschulen so schwer tun, die fertigen Produkte aus den Projekten einzusetzen.

Wodurch zeichnet sich ein Projekt aus? Ein Projekt ist ein befristetes einmaliges Vorhaben das zur Bewältigung einer komplexen Aufgabenstellung innerhalb eines fixen Budget und einem begrenzten Zeitraum durch ein Projektteam, durchgeführt wird (Schanz, 1994). Mit dem Projekt werden damit kurzfristige Ziele – die Fertigstellung des Produkts – angestrebt, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Produktion. Gedanken über einen nachhaltige Verwendung des Produkts stehen nicht im Vordergrund, zumal die Projektziele oftmals nicht in der angestrebten Zeit erreicht werden und deshalb noch ausstehende evtl. ursprünglich zu dieser Problematik der Nachhaltigkeit zugeteilte Ressourcen ganz dem Projektziel des „rechtzeitig fertig werden“ untergeordnet werden.

Ein Projekt nachhaltig zu implementieren würde bedeuten, die kurzfristigen Projektperspektive, die auf die Fertigstellung des Produkts gerichtet ist, in eine langfristige Perspektive, die des dauerhaften Einsatzes des Produkts zu überführen. Dieses muss vom Projektteam innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit geleistet werden. Gelingt dies nicht, so droht dem Produkt die Nichtverwendung, das Projekt hat sich aufgelöst, das Produkt ist noch da, aber schlimmstenfalls niemand der bereit oder kompetent wäre es zu benutzen.

Das Projekt muss sich deshalb in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit der langfristigen Struktur unentbehrlich machen, d.h. die Produkte müssen in den Institutionen verankert werden. Leider reichen die Gestaltungsräume der Projektbeteiligten oft nicht in die Institutionen hinein, häufig sind die Projektmitarbeiter neu hinzukommende Beschäftigte, die auf eine lokale Akteurs- und Organsiationsstruktur treffen, in die sie erst hineinwachsen müssen. Es wird deutlich, dass vieles, was zur Nachhaltigkeit beiträgt nicht selbst im Projekt geleistet werden kann, sondern auf anderen Feldern stattfinden muss


Literatur:

Breiter, Andreas; Kubicek, Herbert; Fischer, Arne; Wiedwald, Christian (2004): Organisatorische Einbettung von E-Learning in Hochschulen. Endfassung der Studie. Bremen.
Studie, die im Auftrag des MultimediaKontors Hamburg durchgeführt wurde und auf Befragung von Experten beruht. Sehr lesbare und zukunftsweisende Analyse der gegenwärtigen Lage, die Handlungsoptionen für ein nachhaltiges eLearning aufweist.