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Handlungsmöglichkeiten von Projektmitarbeitern in Bezug auf die Nachhaltigkeitssicherung

Den Projektmitarbeiter von eLearning-Projekten kommt in der Nachhaltigkeitssicherung von eLearning eine Schlüsselrolle zu.

Natürlich ist das Nachhaltigkeitsproblem nicht allein durch die Projektmitarbeiter zu lösen. Weitere Personengruppen, die hierbei eine wichtige Rolle spielen sind:

  • die Projektleitung
  • die Fachbereiche und ihre Gremien
  • die Medien- und Rechenzentren und
  • die Hochschulleitung.
Dennoch spielen die Projektmitarbeiter in diesem Kontext eine Schlüsselrolle. Was also bleibt den Projektmitarbeitern zu tun, um ihren Teil zur Nachhaltigkeit von eLearning und damit konkret ihres jeweiligen Projekts beizutragen?

Es ist zunächst danach zu fragen, wie die Rollenverteilung in den Projekten aussieht, wie die Beziehung zu den Institutionen geregelt ist und welche Positionen die Projektmitarbeiter insgesamt einnehmen. Es sind die verschiedenen Hierarchieebenen und Gestaltungsbereiche seitens der Projektmitarbeiter und den Mitarbeitern der Institution näher zu betrachten.

Diejenigen, die eLearning in den Projekten erschaffen, haben oft sehr wenig Einflußmöglichkeiten, auf die Verankerung ihrer Produkte in den Institutionen, einzuwirken. Zudem haben es die Mitarbeiter mit einem Zielkonflikt zu tun: Idealerweise würde man vermuten, dass die Projektmitarbeiter eindeutig das Ziel der Nachhaltigkeit verfolgen. Leider lassen die Projektkonstellationen dies oft nicht zu: Die Projektmitarbeiter sind meistens befristet beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter, die unter einer gewissen Ambivalenz leiden. Zum einen arbeiten sie in einem Projekt, das zum Ziel hat, eine eLearning Tool zu erstellen. Das erfolgreiche Abschliessen eines solchen Tools zählt aber für das wissenschaftliche Weiterkommen nicht so viel, wie als wenn sie in einem Forschungsprojekt tätig gewesen wären und über entsprechende Veröffentlichungen verfügen würden.

Wollen sie also nach ihrer befristeten Projekttätigkeit weiterhin in der Hochschule tätig sein, müssen sie gleiches vorweisen können wie in der Forschung tätige Mitarbeiter. So ist es nicht verwunderlich, dass Mitarbeiter beides wollen und so unter einer enorme Arbeitsbelastung und einer Irritation ihres Selbst- und Rollenverständnisses leiden (Kleimann & Wannemacher, 2004, S.96).

Die didaktische Dimension ist ein Handlungsraum in dem die Mitarbeiter große Freiheit haben, der aber auch mit großen Erwartungen belegt ist. Wie kann eine Konzentration auf diese Aufgabe erfolgen, wenn sie durch andere Dinge (Rollenirritation, befristete Stelle) abgelenkt sind?

Die Mitarbeiter sind ganz entscheidend an der Nachhaltigkeit beteiligt, indem sie das Produkt so gestalten, dass es didaktisch hochwertig ist. Leider haben sie, was das weitere Procedere angeht, nicht mehr viel mitzureden; sie sind in den meisten Dimensionen außen vor. Sie können aber am ehesten in der sozio-kulturellen Dimension eine entscheidende Rolle spielen.

Eine Möglichkeit besteht darin, Aufklärungsarbeit zu leisten, sie sind sehr dicht dran am Projekt und können es daher kompetent nach außen vertreten. Sie können in der didaktischen Begründung für ihr Produkt den Dialog suchen und Professoren am Fachbereich ermutigen eLearning einzusetzen. Sie können Lehrende bei der Erstellung von Blended learning Konzepten coachen und so den Boden bereiten für eine stetige Verwendung ihrer Produkte.


Literatur:

Kleimann, B. & Wannemacher, K. (2004): E-Learning an deutschen Hochschulen. Von der Projektentwicklung zur nachhaltigen Implementierung. Hannover, HIS Hochschul-Informations-System GmbH.
Analyse des Instituts Hochschul-Information-Systeme Hannover zur gegenwärtigen lage der eLearning-Projekte an deutschen Hochschulen.