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Didaktisch motivierte Nutzungsbeispiele

Kommunikation und Kooperation im E-Learning ist nur dann erfolgreich, wenn sich ein didaktischer Mehrwert aus der Nutzung ergibt. Im Rahmen von Projekten haben sich beispielhafte Szenarien entwickelt, die Mehrwertaspekte in E-Learningszenarien bieten, die in der Präsenzlehre nicht möglich sind. Im folgenden werden einige dieser Nutzungsbeispiele kurz vorgestellt.

Experten einbinden
Findet ein Seminar zu einem Thema statt, zu dem es eine anerkannte Expertin oder Experten gibt, dann ist es vielleicht möglich, die Experten zu einer Teilnahme an einer Chatsession einzuladen. Schon in der Vorbereitung der Fragen werden die Studierenden motiviert, sich intensiv mit dem entsprechenden Thema auseinander zu setzen. In der Diskussion können darüber hinaus eventuell aktuelle Fragen diskutiert werden, die in Veröffentlichungen noch nicht zu finden sind.

Interdisziplinäre oder internationale Kooperation
Wissen kann nicht nur aus Lehrbüchern oder durch den Input eines Lehrenden gelernt werden.
Durch interdisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppen können Studierende unterschiedlicher Fachdisziplinen ihr Wissen austauschen und für Problemlösungen nutzen. Lernplattformen eröffnen die Möglichkeit, gemeinsame disziplinübergreifende Seminare auch mit unterschiedlichen Hochschulstandorten durchzuführen.
Internationale Kooperationen bieten sich an bei wissenschaftlichen Themen, für die z.B. die Berufspraxis in den länderspezifischen Ausprägungen ein wesentlicher Aspekt sind.


Internationales Kooperationsprojekt in der medienrechtlichen Lehre

Es gibt im Bereich der Rechtswissenschaften so gut wie keine E-Learning-Materialien, die sich für den Einsatz in internationalen Hochschulkooperationen eignen. Deshalb wurde vom Hans-Bredow-Institut in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Rechtswisssenschaften eine gemeinsame Lehrveranstaltung im Bereich Medienrecht mit einer kanadischen und einer italienischen Hochschule durchgeführt.
Fallbasiertes Lernen und Diskussion über unterschiedliche Rechtsauffassungen standen im Vordergrund. Die Studierenden entwickelten für den geplanten „funktionalen Rechtsvergleich“ (im Gegensatz zum formalen Rechtsvergleich) selbständig ein so genanntes „comparison grid“, das die wichtigsten Rechtsgrundlagen für Entscheidungen in bestimmten Gebieten des Medienrechts für die beteiligten Länder überblickshaft zusammenstellt.
Regelmäßig stattfindende anderthalbstündige Chats der Studierenden wurden durch Kurzpräsentationen vorentlastet, ergänzt durch eigens dafür übersetzte Quellen.

Die gesammelten Erfahrungen sollen im Bereich "Information und Kommunikation" am FB Rechtswissenschaft der Universität Hamburg in Classroom-Kurse als fester Bestandteil des Curriculums des geplanten LL.M.-Studiengangs "European and Transnational Media and Telecommunication Law" integriert werden, den die Universität in Kooperation mit dem Hans-Bredow-Institut konzipiert.



Virtuelle Team- oder Projektarbeit als Berufskompetenz
In vielen Disziplinen wie z.B. der Informatik oder den Wirtschaftswissenschaften findet eine Ausbildung für Berufsfelder statt, die oft in standortübergreifenden, z.B. international agierenden Firmen angesiedelt sind. Virtuelle Team- oder Projektarbeit ist in diesen Disziplinen für die Studierenden eine wesentliche Qualifikation.
Über mediale oder Fremdsprachenkenntnisse hinaus sind dafür Kompetenzen erforderlich, die für virtuelle Team- oder Projektarbeit gebraucht werden. Dazu gehören Kompetenzen zum adäquaten Gebrauch von medialen Diensten ebenso dazu wie gruppendynamische Kenntnisse oder das Wissen, wie man mit Konflikten in einer Arbeitsgruppe produktiv umgehen kann oder was interkulturelle Kommunikation ist.
Diese Kompetenzen können in Lernszenarien erlernt werden, in denen virtuelle Team- oder Projektarbeit geübt und, in entsprechend gestalteten Übungen, reflektiert und bearbeitet werden kann.

Medienkompetenz als Berufskompetenz
Sobald die Medienwissenschaft, Medienkultur, Mediendidaktik oder auch die Archivierung oder Dokumentation von Medien in der Fachdisziplin eine Rolle spielt, können Lehrende nur dann ihr Fachwissen überzeugend unterrichten, wenn sie über die erforderliche Medienkompetenz verfügen, d.h. ihr Wissen nicht nur theoretisch,  sondern auch in Anwendungskontexten beherrschen.
Die anwendungsbezogene Medienkompetenz kann nur erfahrungs- und handlungsorientiert erworben werden. Ebenso wie Literaturwissenschaften ohne das Lesen von Büchern nicht auskommen kann, können medienbezogene Wissenschaften nicht ohne die Nutzung von Medien auskommen. Diese Nutzung kann in E-Learning-Angeboten anwendungs- und disziplinbezogen integriert sein, z.B. durch die Nutzung von Chat- und Forendiensten für den Fremdsprachenerwerb in internationalen Schüler- oder Studentengruppen.