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Assignments: Varianten der Aufgabengestaltung

Die phantasievolle Gestaltung von Aufgaben bietet eine Möglichkeit, Lernende auf didaktisch wertvolle Art an Inhalte heranzuführen.

Einige eLearning-Kurse arbeiten mit „Assignments“, d.h. sie stellen den Studierenden Aufgaben. Die Studierenden erledigen diese Aufgaben und stellen sie in die Lernplattform ein. Bei dieser Methode, wie bei fast allen, kann man mehr oder minder originell verfahren.

Informationsrecherche in "Geschichte online"

Am Fallbeispiel "Wien Leopoldsgasse 26" in der Lernumgebung "Geschichte Online" lernt der Studierende wie man als Historiker nach Informationen sucht.



Die Autoren der Lernumgebung „Geschichte Online“ an der Universität Wien haben sich eine interessante Variante der Aufgabenstellung ausgedacht. Am Beispiel des Hauses Leopoldsgasse 26 lernen die Studierenden zu recherchieren und Datenbanken zu nutzen, in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, im Wiener Häuserkataster, in Fremdentabellen und in Konskriptionslisten.


Geschichte Online: Wien, Leopoldgasse 26

Diese Idee ist jederzeit abwandelbar und auf jeden Studienort applizierbar. Es gibt beispielsweise die Kriminalromane von Boris Meyn „Der Tote im Fleet“ (rororo 22707) oder „Die rote Stadt“ (rororo 23407) ein, in denen die Hintergründe für dem Hamburger Brand oder die Entstehung der Speicherstadt im Hamburger Hafen eine Rolle spielen. Eine spannende Lektüre für die Studierenden und zugleich eine Grundlage, aus der sich eine Menge Studierfragen ergeben. Wer diesen Krimi liest, dem stellen sich Fragen wie „Wie kam es zum Bau der Speicherstadt im Hamburger Hafen?“ „Was stand an der Stelle der heutigen Zentrale der Hamburger Hafen und Lagerhaus AG?“ „Wer stellte die Regierung Hamburgs?“ „Wer entschied über so wichtige Bauvorhaben wie die Alster?“ Diese Fragen reizen zur Recherche in Stadtarchiven und Einwohnermeldeämtern und können den angehenden Historiker beflügeln, die relevanten Methoden seines Studiums „ganz wie im Fluge“ zu lernen.

Ein weiteres Beispiel: Reinhard Keil-Slawik aus Paderborn bietet seinen Studierenden den Stoff seiner Informatik-Vorlesung auf CD-ROM, und zu jeder Sitzung gibt es auch kleinere Aufgaben. In der nachstehenden Abbildung beispielsweise gibt er die Problematik des Einzugs und der Abrechnung der Autobahngebühren zum Nachdenken auf.


Aus der Vorlesung von R. Keil-Slawik

Der wichtige Aspekt ist hierbei nicht das Angebot von Übungsaufgaben zur Anwendung des vorher abgelieferten Wissens, sondern intelligente fantasiereiche Varianten zur Methode „Aufgabenstellung“. Die Lernziele im Aufgaben-Lernen können dabei stark variieren. So können Aufgaben eingesetzt werden, um folgende Ziele zu erreichen:
  • Recherchieren lernen (story-based)
  • Analysieren lernen (fallbasiert)
  • Hypothesen und Theorien vergleichen und relationieren (pro & contra)
  • Hypothesen bilden, Theorien testen
  • Evaluieren (Handeln & Entscheiden)