Abstand
Home Gestaltung Nachhaltigkeit Lernszenarien Kommunikation & Kooperation Evaluation & Feedback Content-Design

Begriffe und Definitionen

Evaluation ist die wissenschaftliche Bewertung eines Gegenstandes. Feedback bedeutet Rückkoppelung bzw. Rückmeldung.

Für mit wissenschaftlichen Methoden durchgeführte Bewertungen ist der Begriff „Evaluation“ üblich. „Evaluation“ bezieht sich ganz allgemein auf Prozesse des Bewertens. Das Wort „evaluieren“ geht auf das lateinische Verb „valere“ zurück, was sich mit „wert sein“, aber auch mit „stark sein“ übersetzen lässt. Das französische Wort „évaluer“ bedeutet „abschätzen“ bzw. „berechnen“. Der englische Begriff „to evaluate“ meint, den Wert einer Sache zu bestimmen. Als Synonyme für „to evaluate“ sind in Langenscheidts Wörterbuch die Verben „to appraise“ (bewerten) und „to estimate“ (ab-/schätzen) angegeben (aus http://www.evaluieren.de/evaluat.ion/definiti.htm).

Bewertet werden Objekte bzw. Aspekte von Objekten der natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umwelt. Vorgenommen wird die Bewertung von Personen, die mit den bewerteten Objekten in irgendeiner Form zu tun haben. Jeder Teil der Wirklichkeit kann zum Bewertungsobjekt werden. Im Alltag nimmt jeder Mensch Bewertungen von Gegenständen und Personen mit der Zuschreibung von Adjektiven vor ( z.B. gut-schlecht, schön-hässlich, sympathisch-unsympathisch u.a.). Alltägliche Bewertungen sind subjektiv und nicht methodisch kontrolliert. Wissenschaftliche Formen der Bewertung erheben den Anspruch, diese beiden Merkmale subjektiver, alltäglicher Bewertungen zu überwinden.

Im Gegensatz zu Alltagsbewertungen müssen wissenschaftliche Evaluationen intersubjektiv zugänglich und nachprüfbar sein, auch für Personen, die diese Bewertungen nicht selbst vorgenommen haben. Um die intersubjektive Zugänglichkeit und Nachprüfbarkeit zu sichern, sollten die Bewertungskriterien von den Bewertern offen gelegt werden. Wissenschaftliche Bewertungen erfolgen methodisch kontrolliert. Dabei kommen Methoden der empirischen Sozialforschung (Umfragen, Interviews, Fragebögen u.a.) zum Einsatz. Außerdem zeichnen sich wissenschaftliche Evaluationen dadurch aus, dass in erster Linie von Menschen hergestellte Produkte oder von ihnen initiierte Maßnahmen oder Projekte bewertet werden (und nicht etwa Teile der belebten oder unbelebten Natur). Die Evaluation hat zum Ziel, die Güte, Qualität, Wirksamkeit und Effektivität dieser Produkte oder Maßnahmen genauer zu bestimmen. Eine lexikalische Definition von Evaluation lautet:

„[Evaluation ist die] Analyse und Bewertung eines Sachverhalts, vor allem als Begleitforschung einer Innovation. In diesem Fall ist Evaluation Effizienz- und Erfolgskontrolle zum Zweck der Überprüfung der Eignung eines in Erprobung befindlichen Modells. Evaluation wird auch auf die Planung angewendet, zum Zweck der Beurteilung der Stringenz der Zielvorstellung und der zu deren Verwirklichung beabsichtigten Maßnahmen. Bei der Analyse eines gegebenen Faktums ist Evaluation die Einschätzung der Wirkungsweise, Wirksamkeit und Wirkungszusammenhänge. Evaluation wird u.a. in der Handlungsforschung der angewandten Sozialforschung, Pädagogik, Psychologie und Psychiatrie herangezogen sowie in den Wirtschaftswissenschaften, in der Entwicklungspolitik, im Städtebau, bei Verkehrsanalysen, bei Untersuchungen von Infrastrukturen oder auch von Rechensystemen“ (Brockhaus - Die Enzyklopädie, Band 6, 20. überarbeitete und aktualisierte Auflage, Leipzig [u.a.], 1997, S. 716).

„Feedback“ bedeutet Rückmeldung oder Rückkoppelung. Die heutige Bedeutung des Begriffs verdankt sich vor allem der Kybernetik und der Systemtheorie. Dort meint Feedback die Rückmeldungen der Zustände eines Systems an ein anderes System zum Zwecke der gegenseitigen Steuerung und Anpassung, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Die Kommunikation zwischen Menschen kann in diesem Sinne als Interaktion von Systemen aufgefasst werden, aber auch die Interaktion zwischen Mensch und Computer. Verbale und nonverbale Rückmeldungen an andere Menschen zu geben, um das Verhalten aufeinander abzustimmen, ist unsere tägliche Kooperationsaufgabe (LINK zu Abschnitt Alltagsfeedback). Feedbackprozesse sind ein Wechselspiel von Interaktions- und Kommunikationspartnern, bei denen die Feedbackgeber in erster Linie etwas von sich selbst preisgeben. Erst in zweiter Linie werden Beurteilungen und Bewertungen des Feedbackempfängers zum Kommunikationsinhalt. Feedbackprozesse im Bildungsbereich sollten, damit sie im Dienste der Persönlichkeitsentwicklung und Bildung der beteiligten Personen erfolgreich sind, nach bestimmten Regeln verlaufen (interner LINK zu Abschnitt Feedback beim Lernen).
Zusammenfassung: Mit Blick auf die Praxis im pädagogischen Bereich lassen sich die Unterschiede zwischen Evaluation und Feedback wie folgt zusammenfassen:

Evaluation ist die Bewertung von Lernangeboten durch die Teilnehmer oder durch neutrale Dritte, etwa Gutachter oder Evaluationsagenturen. Ziel der Evaluation ist die Ermittlung eines objektivierbaren, verallgemeinerbaren Wertes für die Qualität von Lerngegenständen oder Lernszenarien.

Feedback ist die wechselseitige Rückmeldung von Interaktionspartnern. Der Feedbackgeber drückt innere Zustände aus, der Feedbackempfänger wird bewertet. Die Bewertung des Empfängers hat keinen klassifizierenden Charakter wie bei der Evaluation, sondern es geht um dessen unmittelbare Weiterentwicklung bzw. Verhaltensänderung.