Verhältnis von Gestaltungsaufwand und angenommenem didaktischen Nutzen Ist ein didaktischer Mehrwert im eLearning tatsächlich nur mit einem erheblichen Mehraufwand für den Lehrenden verbunden?
Die Einbindung virtueller Lehranteile bedeutet in den meisten Fällen einen zeitlichen und organisatorischen Mehraufwand für Lehrende und Studierende, vor allem, wenn pädagogische Ziele (Betonung der Lernprozesse, Aktivierung der Studierenden, Anregung kommunikativer und kooperativer Arbeitsformen, verankerte Wissensentstehung, Transferierbarkeit der Inhalte) erreicht werden sollen.
Zwar können wiederverwendbare Lernmodule und Lernplattformen mit administrativen Funktionen Zeit sparen. Momentan ist die Integration virtueller Lehre aber meist noch mit Einarbeitungszeiten, der Bewältigung technischer Tücken und vielen "Versuch- und Irrtum"- Phasen bei der didaktischen Gestaltung verbunden.
Das Verhältnis von Aufwand und Nutzen (wobei nicht nur der ökonomische, sondern auch der pädagogische Mehrwert gemeint sind), ist in der Planung zu bedenken.
Der "Versuch, ein äußerst hochwertiges, hochgradig interaktives computerbasiertes Lernprogramm (CBT) zu erstellen, ist möglicherweise viel zu aufwändig (und zu wenig effizient) gegenüber der Kombination eines einfacheren Mediums mit einer tele-tutoriellen Betreuung." (Kerres 2001, S. 5)
Ein höherer technischer Aufwand muß nicht unbedingt einen höheren didaktischen Nutzen haben. Und auch umgekehrt ist vielleicht ein gut eingebundener "virtueller Seminarordner" (z.B. mit anspruchsvollen Aufgaben) lernförderlicher als manches interaktive Lernobjekt, das aber uneingebunden bleibt.
Literatur:Kerres, Michael (2004): "Online- und Präsenzelemente in Lernarrangements kombinieren". In: Hohenstein & Wilbers, 4.5
In Anlehung an das Gagnésche Modell des Instruktionsdesigns werden didaktische Kategorien für Blended-Learning-Arrangements entwickelt
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