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Typen von Lernszenarien zwischen Präsenzlehre und Online-Seminar

Die Seite stellt verschiedene Lernszenarien zwischen "unterstützter Präsenzlehre" und "reinem Online-Seminar" mit Betonung des Blended Learning vor.

In Anlehung an das Modell der Lernszenarien bei Schulmeister (2003: 163-187) lassen sich verschiedene graduelle Abstufungen virtueller Anteile in Lehr-/Lernprozessen beschreiben, die auf dem Kontinuum einer Achse drei Bereiche abdecken würden:

  • Präsenzseminar mit minimaler virtueller Unterstützung
  • Blended-Learning-Szenario
  • Reines Online-Seminar



Im Präsenzseminar mit minimaler virtueller Unterstützung werden virtuelle oder multimediale Elemente als Begleitung für das ansonsten ausschließlich präsent stattfindende Seminar genutzt. "Typisch" für dieses Szenario sind beispielsweise E-Mail-Verteiler und Downloadmaterialien mit ähnlicher Funktion wie Seminarordner oder Kopiervorlagen.

Die Lehr-/Lernhandlungen in diesem Szenario finden weiterhin ausschließlch im Rahmen des Präsenzunterrichts statt. Die virtuelle Begleitung hat in diesem Zusammenhang lediglich eine indirekte Funktion für den Lehr-/Lernprozess, denn sie wird nicht systematisch mit dem Seminargeschehen verknüpft. Sie findet zeitlich parallel zur Präsenzlehre statt, stellt also sowohl für den Lehrenden als auch für die Studierenden einen zeitlichen und organisatorischen Mehraufwand dar.

Ein reines Online-Seminar findet synchron und/oder asynchron vollständig in einer virtuellen Umgebung statt. Der Grad des Virtuellen sagt dabei jedoch nicht zwangsläufig auch etwas über die didaktische Anlage der Veranstaltung aus: "Virtuelle Seminare tragen keine didaktische Konzeption in sich. Virtuelle Seminare können sowohl als instruktionsorientierte Seminare als auch als problemorientierte/handlungsorientierte Seminare gestaltet werden." (Sloane, P.& Kremer, H., 2004, S. 6)

Es sind verschiedene Seminartypen denkbar, von der Vorlesung über das klassische "Referateseminar" bis hin zum Szenario selbstorganisierten Lernens. Diese Tabelle mit Modellen von Online-Seminaren findet sich bei Schulmeister (2001: 266-267).

Szenarien des Blended Learning integrieren Anteile virtueller Lehre in Präsenzveranstaltungen. Die zeitlich-organisatorische Struktur des Seminars gestaltet dies meist durch einen Wechsel von Online- und Präsenzsitzungen. Online- und Präsenzanteile werden dabei sowohl inhaltlich als auch im Rahmen der Bezüglichkeit von Lehr- und Lernhandlungen miteinander verknüpft. Ein didaktischer Mehrwert im Sinne der Unterstützung von Lernprozessen auf der Seite der Studierenden entsteht vermutlich gerade in dieser reflektierten Bezüglichkeit zwischen Lehrhandeln und Lernhandeln auf der einen Seite und zwischen Online-Lehre und Präsenzlehre auf der anderen Seite (lesen Sie hierzu auch Warum Blended Learning?)


Literatur:

Schulmeister, R. (2001): Virtuelle Universität, virtuelles Lernen. München & Wien: Oldenbourg Verlag.
In diesem Buch werden hochschulpolitische Forderungen und Prognosen zur zukünftigen Marktentwicklung der virtuellen Universität zusammengebracht und mit empirischen Beschreibungen des aktuellen Medieneinsatzes konfrontiert.
Schulmeister, R. (2003): Lernplattformen für das virtuelle Lernen. Evaluation und Didaktik. München/Wien: Oldenbourg Verlag.
Welche Lernplattform eignet sich wofür? Das Buch vergleicht alle in Europa im Jahr 2000 verfügbaren Lernplattformen.
Sloane, P. & Kremer, H. (2004): "Virtuelle Seminare gestalten". In: Hohenstein & Wilbers, 4.3
Anleitung zur Planung virtueller Seminare von der Konzeption bis zur Evaluation (also ein umfassenderer Planungsbegriff). Es geht um den spezifischen Mehrwert von eLearning, die entwickelten Tipps und "Checklisten" sind allerdings doch eher im "normal"-didaktischen Bereich angesiedelt.