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Falsches Signal

Mittwoch, den 25. Mai 2011 von zhw

Die vom Senat angekündigten massiven Kürzungen im ohnehin schon zu geringen Etat der Universität sind das falsche Signal sowohl für die Studierenden und MitarbeiterInnen als auch für die Außendarstellung der Universität und der Stadt Hamburg.

Diese Einsparungen hätten in vielerlei Hinsicht sehr negative Folgen. Ein Beispiel: Befristete Stellen werden über Jahre nicht nachbesetzt werden können. Das trifft zu einem Großteil das technische und Verwaltungspersonal sowie die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, die u.a. durch das Hochschulrahmengesetz i.d.R. befristete Stellen innehaben. Die Anzahl der Qualifizierungsstellen wird deutlich reduziert werden, da diese künftig wohl nur noch über Drittmittel finanziert werden. Auch so genannte “ProjektmitarbeiterInnen”, die die Qualität der Lehre verbessern helfen (z.B. eLearning, Hochschuldidaktik, Evaluation), werden gehen müssen. Die Unterstützung von Hochschullehrenden in Verwaltung, Lehre und Forschung fällt damit weg, die jetzt schon (zu) hohe Anzahl der zu betreuenden Studierenden pro Lehrende/n (Betreuungsschlüssel) wird schon durch diese Maßnahmen weiter anwachsen. Zeit für notwendige hochschuldidaktische Weiterqualifizierungen oder für eine zeitgemäße Entwicklung von Lehrveranstaltungen, Modulen und Studiengängen wird es dann nicht mehr geben. Verschärft wird diese Tendenz durch die Erhöhung der Studierendenzahlen in Folge des doppelten Abiturjahrgangs und des Wegfalls der Wehrpflicht. Die Universität wird diese Herausforderungen nicht (unbeschadet) bewältigen können.
Mit diesen Kürzungen setzt man einen Teufelskreis ingang: Die Qualität der Lehre und der Forschung sinkt ebenso wie die Zufriedenheit der Studierenden und MitarbeiterInnen. Notwendige Innovationen (auch auf fakultärer und universitärer Ebene) können aufgrund nicht vorhandener Personalressourcen nicht umgesetzt werden. Professionelles Wissen geht verloren, das in einigen Jahren mit erhöhtem finanziellen Ressourceneinsatz wieder aufzubauen sein wird. Das Resultat dieser Kürzungen wird eine drittklassige Universität sein, die weder für (hochkarätige) WissenschaftlerInnen noch für (exzellente) Studierende interessant sein wird.
Gemessen an den Zielen und Selbstdarstellungen der Stadt Hamburg (z.B. “Metropole des Wissens”, “Exzellenz und Vielfalt in Bildung, Wissenschaft und Forschung ist ein entscheidender Standortvorteil”) fällt es schwer zu verstehen, dass überhaupt über eine Kürzung des Etats nachgedacht wird. Es zeigt, dass die Priorisierungen augenscheinlich abhängig sind von den (nicht) zu erwartenden bzw. nicht erwarteten Widerständen der Betroffenen. Das gilt für die Senatorin ebenso wie für den Senat, denn: Warum sonst werden die Kürzungen an der Universität als “alternativlos” dargestellt?
Die Wertschätzung, die man der Lehre entgegenbringt, schlägt sich nicht zuletzt in der Qualität nieder. Daher ist das ZHW, welches sich für die fachübergreifende Lehr- und Qualitätsentwicklung (u.a. mit dem „Master of Higher Education” für NachwuchswissenschaftlerInnen) einsetzt, über die aktuellen Entwicklungen alarmiert und möchte mit dafür Sorge tragen, dass die bestehenden Personalressourcen in der Lehre zumindest erhalten bleiben und wenn möglich weiter ausgebaut werden.
Wir sprechen uns aus diesen Gründen vehement für eine Rücknahme der Kürzungen aus und fordern ausreichende, bedarfsdeckende Mittel und eine klare, langfristige Übereinkunft zwischen Senat und Universität, die sich an der maßgeblich vom Präsidenten entwickelten Strategie zum Aufbau einer nachhaltigen Universität orientiert, sodass auch die Lehrqualität an der Universität positiv geprägt werden kann.

Gut sein und noch besser werden!

Donnerstag, den 11. März 2010 von Angela Sommer

Die Auswertung der ersten Lehrveranstaltungsevaluation im MoHE aus dem Sommersemester 2009 liegt vor!

Im Sommersemester 2009 wurden die Studierenden in allen Lehrveranstaltungen des MoHE schriftlich befragt, wie sie die Qualität der Lehre einschätzen (127 Teilnehmende in 16 Lehrveranstaltungen). Herausgekommen ist folgendes Qualitätsprofil: Profilinie MoHE gesamt, das wir mit Hilfe des elektronischen Evaluationssystems EvaSys erstellt haben.
Der Fragebogen war vom Evaluationsteam des ZHW auf der Grundlage vorhandener Instrumentarien (BEvaKomp und HILVE_VF) an die spezifischen Bedarfe des MoHE angepasst worden. Getreu dem Motto „walk what you talk“ wollten wir uns an den in der Masterordnung formulierten Kompetenzbereichen messen lassen.

(Die Fragen 1.1 – 1.6 beziehen sich auf Planungskompetenz, 2.1 – 2.8 auf Leitungs-, 3.1. – 3.5 auf Methoden- und 4.1 – 4.8 auf Medienkompetenz. Die Fragen 5.1 – 5.6 sind Transferfragen auf den Lernertrag und Lehralltag, 6.1 – 6.3 fragen nach Rahmenbedingungen. Es schließen sich offene und Gesamtbewertungsfragen an. Die Zusammenfassung der offenen Antworten ist hier im Dokument nicht abgebildet. )

Dafür wählten wir im Evaluationsprojekt eine 6er-Skalierung (von 1= „trifft völlig zu” bis zu 6 „trifft nicht zu“). Die Assoziation mit Schulnoten wollten wir bewusst nutzen und entschieden uns daher, anders als andere Instrumentarien, für diese Skalierung. Ebenso wollten wir durch die gerade Skalenzahl der häufig anzutreffenden „Tendenz zum Mitteln“ entgegenwirken.

Gute Lehre ist nicht mittelmäßig gute Lehre! Diesen Anspruch erheben wir an uns selbst und alle im Studiengang Lehrenden. Natürlich sind wir froh und beglückt, dass die Auswertung dies bestätigt. Denn:
Datenerhebung in Zeiten von EvaSys ist ein Leichtes. Der Umgang mit den Daten ist die Nagelprobe auf Ernsthaftigkeit gegenüber allen am Prozess beteiligten. Die Evaluation des MoHE führt nur zum Erfolg mit Kommunikation. Diese zu fördern ist eine Leitungsaufgabe. Somit besteht eine zentrale Führungsaufgabe der Modulleitungen darin, mit den Lehrenden darüber zu sprechen. In Einzelgesprächen bzw. Modulkonferenzen werden daher die Ergebnisse ausgewertet und die Weiterentwicklung des inhaltlichen Angebotes sowie eventuelle Personalentwicklungsmaßnahmen für die Lehrenden besprochen. Denn die einmalige Lehrveranstaltungsevaluation reicht nicht aus. Interessant und wirklich aussagekräftig werden die Daten erst, wenn sie regelmäßig erhoben und in der Entwicklung betrachtet werden. Und Qualitätsmanagement bedeutet das Zusammenspiel von Fördern und Fordern. Dies ist nicht zuletzt bedeutsam für die in 2010 anstehende Re-Akkreditierung des Masterstudienganges.

Einzelne Werte unter der Lupe:
Den bestes Wert finden wir bei dem „wertschätzenden Umgang der Lehrenden mit Studierenden“ (mw = 1,3) Darüber sind wir natürlich erfreut, denn in der Tat legen wir Wert auf Fairness und Wertschätzung. Selbst wenn die Lehrenden gelegentlich nicht umhin kommen, die Studierenden sachlich zu kritisieren und/oder ihnen ein deutliches Feedback zu geben, so kann und sollte dies stets im wertschätzenden Ton geschehen.

Die schlechtesten Werte finden wir bei der Frage, wie viel Zeit sich die Studierenden für die Vorbereitung auf die Lehrveranstaltung genommen haben (mw = 4,2) sowie bei der Frage nach dem Tempo des Kurses (mw= 2,7). Da die Studierenden bei uns in der überwiegenden Zahl wissenschaftliche Mitarbeiter/innen in der Qualifizierungsphase sind überrascht der Wert 4,2 bei der Vorbereitungszeit wenig. Sie sind durch eigene Lehre und Forschung in der Regel schon so belastet, dass selbst die regelmäßige Teilnahme an ZHW-Workshops eine „Herausforderung für ihr Zeitmanagement“ darstellt. Da bleibt oft keine Zeit für ausführliche Vorbereitung, die im Übrigen auch nicht immer erforderlich ist. Hinsichtlich des „Kurstempos“ stellte sich heraus, dass die Antworten noch wenig aussagekräftig sind, haben wir es doch bei der Frageformulierung versäumt, hier präziser nach „zu schnell“ oder „zu langsam“ zu fragen. Dies werden wir bei der Fragebogenüberarbeitung berücksichtigen.
Bei der genauen Betrachtung des „n“ fällt auf, dass nur drei Fragen von allen 127 Studierenden beantwortet wurden, nämlich diejenigen nach „Lerngewinn“, „Transferierbarkeit auf die eigene Lehrpraxis“ und „Wunsch nach Einsatz in der eigenen Lehrpraxis“. Mit den Werten rund um 2,0 sind wir besonders zufrieden, verbirgt sich hinter diesen Items doch die „Gretchenfrage“ nach Sinn und Nutzen des Studiengangs.

Wie geht es weiter?
Nach Abschluss des Wintersemesters 2009/10 erfolgt eine Modulevaluation, in der alle Studierenden befragt werden, die eine Modulprüfung absolviert haben. Hier möchten wir gerne wissen, wie die Studierenden die Gesamtstruktur eines Moduls einschätzen incl. Vorbereitung auf und Durchführung der Modulprüfungen. Im Sommersemester 2010 schließt sich eine Gesamt-Studiengangsbefragung an. Im dreisemestrigen Turnus werden sich die Befragungen wiederholen, denn: die Befragung der Studierenden soll kein „einmaliges Strohfeuer“ bleiben, sondern sie ist eingebettet in unser Gesamtkonzept zum Qualitätsmanagement.

Angela Sommer, Leitung des Evaluationsprojektes am ZHW

Anerkennung für „gute Lehre“ – Hamburger Lehrpreis an Lars Schmeink

Dienstag, den 14. Juli 2009 von zhw

Lars Schmeink (34, WiMi am Institut für Anglistik und Amerikanistik) ist mit dem Hamburger Lehrpreis für die geisteswissenschaftliche Fakultät ausgezeichnet worden.  Der Preis würdigt „Gute Lehre“, die u.a. im Einsatz innovativer Lehrmethoden und Lernmaterialien, in einer Kompetenzorientierung und in der Motivation der Studierenden zum Ausdruck kommt.  Der Lehrpreis ist mit insgesamt € 140.000 dotiert und wird in vierzehn Einzelpreisen von je € 10.000 für Lehrleistungen an Hamburger Hochschulen verliehen.  Herzlichen Glückwunsch, Lars Schmeink!

Da Lars Schmeink auch am Studiengang „Master of Higher Education“ (MoHE) teilnimmt, haben wir ihn zu seiner Auszeichnung befragt:

Wie erklärst du dir selbst die Auszeichnung durch die Studierenden?
Im Begründungstext heißt es, dass die Studierenden in meinen Seminaren zur eigenen Forschung angeleitet wurden und ich denke, das Konzept, Studierendeals gleichberechtigte Partner in einem Seminar zu sehen, ist tatsächlich ausschlaggebend. Ich mache nur die Rahmenvorgaben, der Rest des Seminarplans wird von den Studierenden mit eigenen Forschungsinteressen gefüllt und somit zum Großteil auch inhaltlich gestaltet. Wer mit Interesse und Motivation lernt, der lernt besser. Vielleicht war das der Grund für die Auszeichnung.

Was zeichnet – aus deiner Sicht – deine Lehrveranstaltung aus?
Wie bereits beschrieben sind meine Lehrveranstaltungen stark auf die Interessen der Studierenden ausgerichtet, ohne dabei den Blick auf Forschung und natürlich Relevanz für das Studium zu verlieren. Das bedeutet aber aus Lehrendensicht auch eine stärkere Flexibilität und die Bereitschaft zu starker Betreuung. Und ich denke, hier habe ich zurzeit noch den Vorteil des wissenschaftlichen Mitarbeiters, der “nur” ein bis zwei Seminare zu erfüllen hat. Dadurch steigt die Möglichkeit zur intensiven persönlichen Betreuung.

Welchen Einfluss hat der „Master of Higher Education“ auf die Gestaltung deiner Lehre?
Die Teilnahme am MoHE hat nicht ganz unmaßgeblichen Anteil am Erfolg meiner Lehre. Ich habe im MoHE einige der Methoden kennengelernt und weiterentwickelt. Forschendes Lernen im Literaturwissenschaftlichen Unterricht war sogar eines meiner Prüfungsthemen. Insgesamt habe ich immer im Studiengang versucht, Synergien mit meiner eigenen Lehre zu erzeugen und schon früh Verbindungen zwischen Theorie und Praxis herzustellen.

Welchen Einfluss hat das im MoHE Gelernte auf die Gestaltung deiner
Lehrveranstaltung, also deinen Erfolg?

Forschendes Lernen habe ich bei Prof. Dr. Marianne Merkt im Forschungsworkshop Hochschullehre entdeckt und für mich weiterentwickelt. Den Einsatz von Wikis und Blogs für die Lehre habe ich bei Dr. Kerstin Mayrberger ausprobieren können und die Vielfalt von Prüfungsformen habe ich bei Dipl.-Päd. Angela Sommer entdeckt. All das hat sich in meiner Lehre dann im nächsten Semester jeweils gespiegelt und ich habe versucht das Erlernte zu erweitern, anzupassen und für mich “stimmig” zu machen.

Wenn es nach dir ginge, wie würde sich deine Lehre / Lehre insgesamt weiterentwickeln?
Ich fände es sehr schön, wenn trotz der BAMA-Studiengänge das pragmatische Schielen auf “employability” nicht zum einzig gültigen Wert für das Hochschulstudium werden würde und man ab und zu Ideale wie die Autonomie der Universität und die Wichtigkeit der Verbindung von Forschung und Lehre nicht vergessen würde. Und speziell für das Institut, an dem ich arbeite, würde ich mir den Einsatz von Portfolios für die BAs wünschen, damit denen mehr
Verbindungsmöglichkeiten der einzelnen Wissensbereiche klar werden würden.

Wir berichten von dieser Auszeichnung, weil wir uns erstens für Lars Schmeink freuen, zweitens machen wir – wie Sie sicherlich bemerkt haben – damit nebenbei ein bisschen Werbung für den „Master of Higher Education“ und  drittens können seine inhaltlichen Ausführungen auch als best practice-Beispiel für  andere interessant sein. Schließlich halten wir viertens die Anerkennung von guter Lehre für einen essentiellen Bestandteil eines Qualitätssicherungsverfahrens von Universitäten. Hier plädieren wir für weitere Schritte – z.B. für die Einführung von Teaching-Points.

Angela Sommer & Ivo van den Berk, ZHW

Warum wir doch zur Demo gegangen sind…

Freitag, den 19. Juni 2009 von Angela Sommer

img_01281.JPGSeit Anfang der Woche läuft der Bildungsstreik, die bundesweite Aktionswoche von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden. In den diversen Aufrufen werden unterschiedlichste Positionen und Forderungen vertreten. Und so diskutierten auch wir hier im Hause immer wieder darüber, wie wir zu den Forderungen stehen, welche wir unterstützen, wo wir uns eine differenzierte Argumentation gewünscht hätten und so weiter.

Bis die Kollegin Christiane Metzger mit der schlichten Frage kam: “Kommst du mit zur Demo?” Schließlich schlossen Rolf Schulmeister und ich, Angela Sommer,  uns ihr an und erlebten eine lebendige,  laute und friedliche Demonstration durch Hamburgs Innenstadt. Freilich: die Studierenden gestalten ihre Demos heute anders, als das noch “zu unserer Zeit” üblich war. Techno-Musik vom “Lauti” (gemeint war wohl der Lautsprecherwagen), T-Shirts statt vieler Plakate usw…, die Formen haben sich geändert.

Und so fielen wir auf dem Campus dann auch alleine durch unser “Alter” schon auf. Mehrere Journalistinnen sprachen uns daraufhin an, ob wir Lehrende an der Hochschule  und warum wir hier seien.  (Hamburger Abendblatt, Deutschlandfunk) So konnten wir noch einmal ausdrücken, was unsere Motive sind: wir meinen, dass es eine zweite Bologna-Reform braucht, um die “Kinderkrankheiten” der ersten Reformwelle zu kurieren. Wir meinen und wissen aus ersten Untersuchungen auch, dass durch die neue Bachelor-/Masterstruktur und vor allem die Studiengebühren manche jungen Leute vor einem Studium zurückschrecken. Wir meinen weiterhin, dass die zunehmende Verschulung einem entdeckenden Lernen nicht zuträglich ist.
Über diese bundesweit gültigen Positionen hinaus sind wir auch der Auffassung, dass wir uns zu den aktuellen Diskussionen innerhalb der Hamburger Universität um Führungsstile, Kommunikation, Hochschulgesetzgebung, Struktur- und Entwicklungspläne, zunehmende Bürokratisierung usw. positionieren müssen. Und so haben wir die Zeit im Demonstrationszug genutzt, um darüber zu diskutieren, auch mit den wenigen anderen Lehrenden der Universität Hamburg, die wir vereinzelt unterwegs getroffen haben.

Was meinen Sie? Was waren Ihre guten Gründe für oder gegen die Beteiligung am Bildungsstreik?

Schreiben Sie uns einen Kommentar!!!!

Qualitätsmanagement im MoHE am ZHW – ein Zwischenstand

Montag, den 30. März 2009 von admin

“Teach what you talk” – in diesem Sinne haben wir das Projekt “Qualitätsmanagement im ZHW”, über dessen Start wir im SoSe 2008 hier schon berichteten, mit besonderem Fokus auf den “Master of Higher Education” (MoHE) weiter vorangebracht.

Das vergangene Semester haben wir als Pilotphase für das Qualitätsmanagement im MoHE am ZHW genutzt, um unser Konzept maßgeblich und mit Blick auf das gesamte ZHW weiterzuentwickeln.

Was ist im WiSe 2008/09 konkret passiert? Wir haben

  • eine (vorerst) gültige Version des Evaluationsbogens für Lehrveranstaltungen entwickelt und in einigen Lehrveranstaltungen erprobt,
  • den Prototypen eines Lehrendenbogens entwickelt und begonnen zu erproben,
  • einen Modulfragebogen entworfen,
  • ein Konzept für einen Qualitätszirkel für das ZHW entwickelt.

Was ist für das SoSe 2009 geplant?

  • Systematische und verbindliche Evaluation der Lehre im MoHE aus Perspektive der Lernenden und Lehrenden,
  • Start des Qualitätszirkels,
  • Pilotphase der Evaluation der Modulebene.

Einen ersten Einblick in unser Konzept haben wir Anfang März im Rahmen eines Vortrags unter der Perspektive “Gute Lehre fordern und fördern!” auf der diesjährigen Jahrestagung „Studiengangentwicklung in hochschuldidaktischer Perspektive“ der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) in Freiburg gegeben.

Kerstin Mayrberger & Angela Sommer

Friedemann Schulz von Thun wird für sein Lebenswerk geehrt

Donnerstag, den 8. Januar 2009 von Angela Sommer

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun wird am 27. März 2009 mit dem Life-Achievement-Award der Weiterbildungsbranche für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Wir gratulieren zur bevorstehenden Preisverleihung!

Seine Bücher und Modelle sind für Schule, Training und Beratung ebenso von Bedeutung wie für die wissenschaftliche Weiterbildung und Praxis der Hochschullehre. Als Lehrende in der Hochschule sehen wir uns auch vor die mehrfache Anforderung gestellt, unsere Lehre situationsangemessen, professionell und menschlich zu gestalten. Und für die Gestaltung der Kommunikation mit unseren Studierenden sind Schulz von Thuns Modelle ebenfalls wertvoll und hilfreich. So haben wir etwa mit dem “Kommunikationsquadrat” ein Analyseinstrument, um die menschlichen Äußerungen und Zwischentöne zu verstehen sowie darauf angemessen reagieren zu können. “Willst du eine gute Seminarleitung dann, dann schau auch in dich selbst hinein” – in dieser Aufforderung Schulz von Thuns sind gleichzeitig die Einladung und der Auftrag enthalten, uns auch mit uns selbst, mit unseren unterschiedlichen (und manchmal widerstreitenden) inneren Regungen und Impulsen auseinander zu setzen. Gerade angesichts von Herausforderungen oder schwierigen Situationen hilft uns sein Modell vom “Inneren Team“, diese ernst zu nehmen und auf der Suche nach einer uns “wesensgemäßen” Kommunikation voran zu kommen. Und schließlich schöpfen wir auch aus dem “Werte- und Entwicklungsquadrat“, mit dessen Hilfe wir unterschiedliche Werte und Grundauffassungen (von denen es in der Wissenschaft, Didaktik und Praxis guter Lehre ja reichlich gibt) nicht nur als Gegensätze, sondern als einander bereichernde Ergänzungsqualitäten begreifen können. Videointerview mit Professor Schulz von Thun

So hat Friedemann Schulz von Thun die Hochschullehre und -didaktik maßgeblich mit geprägt. Sein Plädoyer und Engagement für Verständlichkeit, für angemessene Visualisierung, für gute Vorlesungen, für ernsthafte menschliche Begegnung im Seminar, für Erlebnisaktivierung in großen wie in kleinen Lerngruppen sind auch aus dem ZHW nicht mehr wegzudenken.

Als langjähriger Kooperationspartner des ZHW hat er in unserem hochschuldidaktischen Zertifikatsstudiengang und späteren Masterstudiengang of Higher Education das Modul Leitung konzipiert, darin gelehrt und geprüft sowie seine Lehrbeauftragten und mich als neue Modulleitung qualifiziert und supervidiert. Dafür sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

Qualität sichern und noch besser werden

Donnerstag, den 17. Juli 2008 von Angela Sommer

Mit dem hochschuldidaktischen “Masterstudiengang of Higher Education” (MoHE) leisten wir einen wichtigen Beitrag, Lehrende darin zu unterstützen, ihre eigene Lehre kontinuierlich zu reflektieren und weiter zu entwickeln.

Daher ist es auch für uns selbstverständlich, die Qualität unseres Angebots im Auge zu behalten und den Anspruch zu erfüllen, uns stetig zu verbessern.

Dazu erarbeiten wir gerade ein umfassendes und systematisches Qualitätssicherungs- und -entwicklungskonzept für den Masterstudiengang, der die bisherigen Veranstaltungsevaluationen einschließt. Dies tun wir zeitgleich und in enger Kooperation mit dem Projekt „Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft” der Universität Hamburg.

In diesem Sommersemester haben wir einen neuen Fragebogen in unseren Seminaren getestet und prüfen nun dessen Tauglichkeit.

Unser Ziel ist es, die systematische Veranstaltungsevaluation mit den unterschiedlichen Ebenen und
Beteiligten am ZHW im MoHE im Sinne einer Personal- und Organisationsentwicklung zu verknüpfen. Wir werden die Zeit bis zum Beginn des Wintersemesters nutzen, um daraus ein „rundes” Konzept zu verfassen und um den Qualitätssicherungszyklus weiter voran zu bringen.

Erste Ergebnisse sowie das Konzept werden wir demnächst hier vorstellen.

Kerstin Mayrberger & Angela Sommer

eQualifizierung goes GMW08

Montag, den 26. Mai 2008 von Ivo van den Berk

Unser Paper “Eine hochschuldidaktische Beschreibungssprache für (e)Szenarien”, das wir zur GMW 08 in Krems eingereicht haben, wurde angenommen. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

eQualifizierung und was sich dahinter verbirgt

eQualifizierung ist ein Baustein des im November 2007 gestarteten eLearning-Strategieprojekts ePush der Fakultät EPB der Universität Hamburg. Im Rahmen von eQualifizierung beschäftigen wir uns hier am ZHW mit der hochschuldidaktischen Beschreibung, Analyse, Entwicklung und Implementation von (innovativen) (e)Szenarien unter den neuen Studienstrukturbedingungen.

Wozu eine neue Beschreibungssprache?

Ausgangspunkte waren für uns u.a. 1. die Feststellung, dass die zur Verfügung stehenden Beschreibungsmodelle (z.B. Vorlesung, Seminar) die neuen Möglichkeiten nicht adäquat abbilden können; 2. die Ressourcenverknappung und damit verbunden die hohe Workload der Lehrenden inkl. der problematischen SWS-Berechnung; 3. der hohe Workload der Studierenden aufgrund des normierten ECTS (z.B. zugestandene vs. tatsächlich benötigte Lernzeit) und 4. das Anliegen, selbständige Lernprozesse der Studierenden sowie den Einfluss auf die Mitgestaltung der eigenen Bildungsverläufe zu stärken.

Deliverables des Projekts

Als Beitrag zur Verbesserung der aktuellen Lehr-/Lernsituation ist es unser Ziel,

  • gemeinsam mit Lehrenden, Studierenden, Tutorinnen und Tutoren und ausgehend von ihren Bedarfen und Erfahrungen (neue) Modelle zur Analyse und Gestaltung von Modulen, Lehrveranstaltungen, Sitzungen, Prüfungsmomenten, … mit den Schwerpunkten „eLearning“ und „Neue Medien“ zu entdecken, zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.
  • die Lehrenden bei der Umsetzung dieser eSzenarien hochschuldidaktisch zu beraten.
  • eine neue Beschreibungssprache entwickeln, mit der die oben angeführten Aspekte in den Blick kommen.
  • diese Beschreibungssprache den Lehrenden in Form eines virtuellen Tools an die Hand zu geben, mit dem sie innovative Lehr-/Lernszenarien mit eLearning planen und analysieren können.

In den anstehenden Workshops und Beratungen werden wir u.a. das Konzept der studentischen Handlungsmomente als Bestandteil einer neuen Beschreibungssprache für (e)Szenarien erproben und evaluieren. Über die Auswertung und Weiterentwicklung werden wir dann ausführlich im September auf der GMW 08 in Krems berichten.

Marianne Merk & Ivo van den Berk

Einladung zum Expertenchat – Gibt es eine Net-Generation?

Montag, den 19. Mai 2008 von zhw

Anfang 2008 hat Prof. Dr. Rolf Schulmeister die Studie “Gibt es eine Net-Generation? Work in Progress” veröffentlicht. Am 30.05.2008 um 14 Uhr lädt e-teaching.org zu einen Expertenchat ein, in dem Sie gemeinsam über das Thema diskutieren können:

Der Anlass für Rolf Schulmeister, sich der Frage “Gibt es eine Net-Generation?” anzunehmen, entstand, als die Generationen-Metapher häufiger als Begründung für die Forderung nach den faszinierenden interaktiven Web 2.0-Anwendungen in der Lehre eingebracht wurde. Da er in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder über die Diversität der Studierenden geforscht hatte, nahm er sich vor, diese Netzgeneration gründlicher zu untersuchen, die als Argument für die Einführung einer neuen Lehrmethode herhalten sollte. Ein Transfer der durch den Umgang mit dem Computer erworbenen Kompetenzen auf das Lernen scheint nämlich noch nicht – oder zumindest nicht in dem erwarteten Maße – stattzufinden. Die Benutzung des Computers sowohl für die Schulaufgaben als auch für das Studium in der Universität wird nüchtern als Mittel zum Zweck betrachtet. Daran ist anzuknüpfen.


konzeption und realisation klaus nuyken