Archiv des Tags ‘Bologna’

Warum wir doch zur Demo gegangen sind…

Freitag, den 19. Juni 2009 von Angela Sommer

img_01281.JPGSeit Anfang der Woche läuft der Bildungsstreik, die bundesweite Aktionswoche von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden. In den diversen Aufrufen werden unterschiedlichste Positionen und Forderungen vertreten. Und so diskutierten auch wir hier im Hause immer wieder darüber, wie wir zu den Forderungen stehen, welche wir unterstützen, wo wir uns eine differenzierte Argumentation gewünscht hätten und so weiter.

Bis die Kollegin Christiane Metzger mit der schlichten Frage kam: “Kommst du mit zur Demo?” Schließlich schlossen Rolf Schulmeister und ich, Angela Sommer,  uns ihr an und erlebten eine lebendige,  laute und friedliche Demonstration durch Hamburgs Innenstadt. Freilich: die Studierenden gestalten ihre Demos heute anders, als das noch “zu unserer Zeit” üblich war. Techno-Musik vom “Lauti” (gemeint war wohl der Lautsprecherwagen), T-Shirts statt vieler Plakate usw…, die Formen haben sich geändert.

Und so fielen wir auf dem Campus dann auch alleine durch unser “Alter” schon auf. Mehrere Journalistinnen sprachen uns daraufhin an, ob wir Lehrende an der Hochschule  und warum wir hier seien.  (Hamburger Abendblatt, Deutschlandfunk) So konnten wir noch einmal ausdrücken, was unsere Motive sind: wir meinen, dass es eine zweite Bologna-Reform braucht, um die “Kinderkrankheiten” der ersten Reformwelle zu kurieren. Wir meinen und wissen aus ersten Untersuchungen auch, dass durch die neue Bachelor-/Masterstruktur und vor allem die Studiengebühren manche jungen Leute vor einem Studium zurückschrecken. Wir meinen weiterhin, dass die zunehmende Verschulung einem entdeckenden Lernen nicht zuträglich ist.
Über diese bundesweit gültigen Positionen hinaus sind wir auch der Auffassung, dass wir uns zu den aktuellen Diskussionen innerhalb der Hamburger Universität um Führungsstile, Kommunikation, Hochschulgesetzgebung, Struktur- und Entwicklungspläne, zunehmende Bürokratisierung usw. positionieren müssen. Und so haben wir die Zeit im Demonstrationszug genutzt, um darüber zu diskutieren, auch mit den wenigen anderen Lehrenden der Universität Hamburg, die wir vereinzelt unterwegs getroffen haben.

Was meinen Sie? Was waren Ihre guten Gründe für oder gegen die Beteiligung am Bildungsstreik?

Schreiben Sie uns einen Kommentar!!!!

Stellenausschreibung “Projektkoordination” im BMBF-Projekt USuS

Sonntag, den 16. November 2008 von admin

Im BMBF-Projekt USuS “Untersuchung von Studienverläufen und Studienerfolg” unter Leitung von Prof. Dr.  Margret Bülow-Schramm und Prof. Dr. Marianne Merkt ist zum 15.01.2009 eine Stelle für Projektkoordination zu besetzen. Die Stellenaussschreibung finden Sie hier Stellenausschreibung “Projektkoordination” im BMBF-Projekt USuS

Neues BMBF-Projekt des ZHW gibt wichtige Impulse für die Hochschulpolitik

Montag, den 1. September 2008 von Rolf Schulmeister

Die Lehre an Hochschulen verbessern – aber wie?

Der Förderschwerpunkt „Forschung über Hochschulen” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) soll dazu beitragen, die Qualität der deutschen Hochschulen zu verbessern. 170 Konsortien hatten Projekte eingereicht. 30 Projekte erhielten eine Förderzusage.

Das ZHW (Prof. Rolf Schulmeister) ist mit dem Projekt ZEITLast (Lehrzeit und Lernzeit: Studierbarkeit der BA-/BSc- und MA-/MSc-Studiengänge als Adaption von Lehrorganisation und Zeitmanagement unter Berücksichtigung von Fächerkultur und Neuen Technologien) unter diesen 30 Projekten. Die Partner des ZHW sind die Universität Mainz (Prof. Stefan Aufenanger), die Universität Hildesheim (Prof. Erwin Wagner) und die TU Ilmenau (Prof. Heidi Krömker).

Gegenstand des Projekts ist die Studierbarkeit in BA-/BSc und MA-/MSc-Studiengängen insbesondere unter den Gesichtspunkten der Organisation von Zeit, Lernkultur und Nutzung moderner Technologien (eLearning). Studierbarkeit hat es vor allem mit der Workload der Studiengänge, der Flexibilität der Lernarrangements und der Frage nach der Leistungsgerechtigkeit der ECTS-Verteilung zu tun, aber auch mit den Aspekten der Sicherung der Subsistenz einerseits und dem wissenschaftstheoretischen Typus der Lerngegenstände und der Komplexität der Aufgabenstellungen andererseits. Die Belastung der Studierenden ist nur partiell durch die Workload erklärbar. Sie ist ein Konglomerat aus Workload, Studienstruktur und Lehrorganisation (Themenvielfalt pro Zeiteinheit, Wochenrhythmus der Kurse, Semesterbegrenzung und Prüfungstermine), fächerkulturell unterschiedlichen Anforderungen (Wissenschaftstheorie, Lehr- und Prüfungsformen) sowie individuell unterschiedlichen Faktoren (Lernverhalten, Zeit- und Stressmanagement).

Das Projekt ZEITLast plant eine Messung der Studienbelastung durch Zeitbudget-Analysen, ausgehend von der Hypothese, dass im Wesentlichen zwei Parameter die bisherige Schwäche der BA-Studiengänge bilden (erhöhter Beratungsbedarf, höhere Nachfrage nach psychologischer Betreuung, Steigerung der Abbruchquoten, subjektives Empfinden von Stress), nämlich die „Dichte” des Studiengangs und die damit verbundene Gerechtigkeit der ECTS-Vergabe. Die Dichte eines Studiengangs besteht nicht nur in dem Zeitbedarf der Lehrveranstaltungen, sondern auch in der Anzahl der verschiedenen Lehr-/Lernthemen pro Zeiteinheit und der Verteilung der Lehr- und Prüfungsanforderungen über den gesamten Zeitraum der studentischen Workload (45 Wochen und nicht nur die zweimal 12-14 Wochen des Semesters). Lehrorganisation und Zeitsouveränität sind entscheidende Parameter für die Steuerung der Zufriedenheit, des Stressabbaus und der Erhöhung der Verbleiberate.

Um diese Hypothesen überprüfen zu können, werden die Zeitbudgets in bestehenden Bachelor-Studiengängen und in reorganisierten Bachelor-Studiengängen erhoben. Organisationale Bedingungen für eine bessere Adaption des Lernverhaltens und Zeitmanagements der Studierenden an die reformierte Lehrorganisation herzustellen, ist das praxisorientierte Ziel des Projekts, durch das Bedingungen für ein konzentriertes, die verfügbare Zeit intensiv nutzendes Studium mit optimal verteilten Prüfungszeiten geschaffen werden sollen. Reduktion der Themen pro Zeiteinheit und Blockung des Unterrichts über das gesamte Studienjahr.

eQualifizierung goes GMW08

Montag, den 26. Mai 2008 von Ivo van den Berk

Unser Paper “Eine hochschuldidaktische Beschreibungssprache für (e)Szenarien”, das wir zur GMW 08 in Krems eingereicht haben, wurde angenommen. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

eQualifizierung und was sich dahinter verbirgt

eQualifizierung ist ein Baustein des im November 2007 gestarteten eLearning-Strategieprojekts ePush der Fakultät EPB der Universität Hamburg. Im Rahmen von eQualifizierung beschäftigen wir uns hier am ZHW mit der hochschuldidaktischen Beschreibung, Analyse, Entwicklung und Implementation von (innovativen) (e)Szenarien unter den neuen Studienstrukturbedingungen.

Wozu eine neue Beschreibungssprache?

Ausgangspunkte waren für uns u.a. 1. die Feststellung, dass die zur Verfügung stehenden Beschreibungsmodelle (z.B. Vorlesung, Seminar) die neuen Möglichkeiten nicht adäquat abbilden können; 2. die Ressourcenverknappung und damit verbunden die hohe Workload der Lehrenden inkl. der problematischen SWS-Berechnung; 3. der hohe Workload der Studierenden aufgrund des normierten ECTS (z.B. zugestandene vs. tatsächlich benötigte Lernzeit) und 4. das Anliegen, selbständige Lernprozesse der Studierenden sowie den Einfluss auf die Mitgestaltung der eigenen Bildungsverläufe zu stärken.

Deliverables des Projekts

Als Beitrag zur Verbesserung der aktuellen Lehr-/Lernsituation ist es unser Ziel,

  • gemeinsam mit Lehrenden, Studierenden, Tutorinnen und Tutoren und ausgehend von ihren Bedarfen und Erfahrungen (neue) Modelle zur Analyse und Gestaltung von Modulen, Lehrveranstaltungen, Sitzungen, Prüfungsmomenten, … mit den Schwerpunkten „eLearning“ und „Neue Medien“ zu entdecken, zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.
  • die Lehrenden bei der Umsetzung dieser eSzenarien hochschuldidaktisch zu beraten.
  • eine neue Beschreibungssprache entwickeln, mit der die oben angeführten Aspekte in den Blick kommen.
  • diese Beschreibungssprache den Lehrenden in Form eines virtuellen Tools an die Hand zu geben, mit dem sie innovative Lehr-/Lernszenarien mit eLearning planen und analysieren können.

In den anstehenden Workshops und Beratungen werden wir u.a. das Konzept der studentischen Handlungsmomente als Bestandteil einer neuen Beschreibungssprache für (e)Szenarien erproben und evaluieren. Über die Auswertung und Weiterentwicklung werden wir dann ausführlich im September auf der GMW 08 in Krems berichten.

Marianne Merk & Ivo van den Berk

Startschuss für den ZHW-Weblog: Herzlich willkommen!

Montag, den 21. April 2008 von admin

Das Team des Zentrums für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW) der Universität Hamburg hat sich entschieden im Zuge der Neugestaltung der Homepage auch ein Weblog einzurichten.
Hier wollen wir in erster Linie Überlegungen, Erkenntnisse und interessante Neuigkeiten zur Hochschuldidaktik, -entwicklung und -forschung, zum eLearning sowie über unsere aktuellen (Forschungs-)Projekte und Aktivitäten im Bereich Hochschul- und Weiterbildung im Kontext der Arbeit am ZHW berichten und damit auch (virtuell) zum fachlichen Diskurs beitragen.
Dieses Weblog wird ab jetzt von einer Reihe von Autor(innen) geführt werden. Die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen der Mitglieder des ZHW, die sich in den namentlich gekennzeichneten Beiträgen widerspiegeln werden, sollen einen Eindruck vermitteln, woran wir im ZHW gerade arbeiten oder planen und welche Themen uns beschäftigen.
Wir hoffen, dass die eine oder andere Nachricht auch – ganz im Sinne der Web 2.0-Idee – zur Online-Diskussion anregen wird und wir mit Ihnen ins virtuelle Gespräch kommen.
Prof. Dr. Rolf Schulmeister, Prof. Dr. Margret Bülow-Schramm, Ivo van den Berk, Dr. Kerstin Mayrberger, Dr. Marianne Merkt & Angela Sommer


konzeption und realisation klaus nuyken