Campus Innovation - ein kurzer Rückblick
1. Dezember 2009 von Ivo van den BerkLetzte Woche fand die Campus Innovation 2009 gemeinsam mit dem VI. Konferenztag für Studium und Lehre im Curio-Haus statt. Auch das ZHW war mit mehren Beiträgen vertreten: Rolf Schulmeister mit einer Keynote zur Rolle von eLearning in der Bildungspolitik (Die leise Transformation des tertiären Bildungswesens), Gunda Mohr mit einer Präsentation zu BASISQualifikation, Marianne Merkt mit dem eLehrportfolio aus dem Master of Higher Education in der Podiumsdiskussion, die von der ehemaligen ZHW Mitarbeiterin Kerstin Mayrberger moderiert wurde.
Im Track eLearning haben die Beiträge und auch die Diskussionen gezeigt, dass viele Fragen zur nachhaltigen Implementation des „e“ noch offen sind. Das Spektrum beläuft sich dabei von organisatorischen über didaktische bis hin zu politischen Fragen. Eine gute Zusammenfassung der Campus Innovation findet sich hier.
Dass ePortfolios ein enormes Potential besitzen, aber gleichzeitig auch Gefahren bergen, wurde vielfach (u.a. von Reinmann, Häcker, Schaffert) gezeigt. Stichwortartig zusammengefasst: u.a. over reflecting, over acting, over scripting, das Paradoxon der verordneten Selbstbestimmung, die Vereinnahmung durch neoliberale Positionen, der Anstieg der Betreuung, die Verwendung bestimmter Tools und die Veröffentlichung von Artefakten. Bezüglich dieses letzten Aspekt stehen sich zwei Positionen gegenüber, die wir hier im Blog gern aufgreifen möchten: “Sollten Studierende dazu angehalten werden, ihre - in institutionellen Lernkontexten erstellten - Artefakte (z.B. Reflexionen, Lernprodukte) selbstverantwortlich (selektiv) im Netz zu veröffentlichen (z.B. Blog) oder sollten diese stets in geschützen Lernräumen und auch dort nur selektiv ausgewählten Personen zur Verfügung stehen (z.B. Mahara)?” Bitte nehmen Sie an der Umfrage oben rechts teil!! Ihre Gründe, Lösungsvorschläge usw. können Sie gern im Kommentar mitteilen!
Und schließlich möchte ich mich besonders bei Gabi Reinmann und Peter Baumgartner bedanken, die in der Plenumsdiskussion nicht nur Antworten gegeben, sondern auch selbstkritische Fragen gestellt und provokante Bekenntnisse abgegeben haben. Beispielhaft und spielerisch ist dieser Diskursmodus, er sollte handlungsleitend sein für jede weitere Plenumsdiskussion, bei der zudem Vorstellungen und Eingangsstatements auf jeweils einen Satz zu reduzieren wären.

Am 12. Januar 2010 um 17:18 Uhr
Eine “zwangsweise” oder zumindest erwartete Veröffentlichung der Artefakte dient nur dem Verdrängungswettbewerb zwischen den Studenten. Wenn dies umgesetzt wird, könnte die wissenschaftliche Kreativität zugunste einer reinen Wettbewerbsoreintierung leiden.
Deswegen habe ich dagegen gestimmt.